Annika & Britta in Uganda

Neuigkeiten über uns und unsere Projekte

KAYUNGA

Kayunga, was ist das eigentlich für eine Stadt in der Annika und Britta leben? Wie groß ist sie und wie viele
Einwohner hat sie überhaupt? Medizinische Versorgung, Müllabfuhr, Spielplätze für Kinder,…..?
Anhand von Bildern und Erzählungen möchte ich mit euch einen imaginären Rundgang durch
Kayunga machen.

Möchte man von unserem Haus den schnellst möglichsten Weg in die Stadt nehmen, führt einen ein
Schleichweg, dicht an Häusern, Hütten und Vorgärten, in denen die Kinder toben, an
Kaffeepflanzen und Bananenstauden vorbei, über eine große Wiese, auf der die Kinder
Fußballspielen, die aber auch als Ort der Mittagsruhe genutzt wird, zwischen zwei Shops hindurch,
direkt in die „Einkaufmeile“ Kayungas. Als Einkaufsmeile bezeichne ich die Schotterstraße, an der
sich ein kleiner Shop an den nächsten reiht. Meistens bunt angestrichen mit auffälliger Werbung
findet man in den Ein Raum Geschäften von Seife über Backwaren bis hin zu Klopapier und selbst
gemachtem Saft so ziemlich alles was das ugandische Herz höher schlagen lässt. In einem
bestimmten Shop trinken Annika und ich den besten Passions Fruchtsaft ganz Kayungas für
umgerechnet acht Cent pro Tasse und lassen für kurze Zeit die Füße baumeln.

wir-trinken-saft auntie-shop

Manche Inhaber haben sich auf bestimmte Sachen wie Kosmetik (Vaseline für Haut, Haar, einfach
für alles, Haargummis….) , Stoffe oder auch für Stoffe, Reisetaschen und Technikzubehör
spezialisiert. Größere Shops, wie auch der Supermarkt Kayungas, werden meistens von
eingewanderten Indern geführt,bei denen der erhoffte Goldrausch jedoch ausfällt, denn Kundschaft
sehe ich dort nur selten ein und ausgehen.

haarsaloon butcher

Schenkel eines Rindes hängt, man sämtliches Eingeweide aufgehäuft auf einem Tisch erwerben
kann und nicht allzu selten der abgeschlagene Kuhkopf noch auf dem Boden liegt. Selbst der
Pansen wird verzehrt und somit kriegen die brusthohen Marabus, die auf vielen Bäumen hocken
und nisten und in den Hinterhöfen nach essbarem suchen, kaum etwas Aas ab.
Bodas (Motorrad- und Fahrradtaxen) stehen an jeder Straßenecke, um die Leute abzufangen, die aus
den Matatus aus den Städten angefahren kommen. Unsere Hauptstraße Richtung Kampala ist sogar
asphaltiert wir haben zwei Tankstellen in Kayunga, wobei der Sprit Preis unverschämt hoch ist.
Überall in der Stadt findet man Restaurants, in denen man für 1, 20 Euro ein reichlich Essen und
Trinken bekommt.

hauptstrasse brunnen

An den Brunnen stehen Kinder und Frauen tagsüber Schlange, um ihre Wasserkanister zu füllen.
Zwar gibt es mittlerweile viele Wasseranschlüsse in den Häusern, doch noch immer müssen viele
Familien die beschwerliche Schlepperei auf sich nehmen, da sie sich keinen Wasseranschluss leisten
können. Wir genießen den Luxus einen Wasseranschluss zu haben und so bleibt uns der Weg zum
Brunnen erspart, es sei denn wir haben tagelang kein Wasser. Für diesen Fall stehen mehrere
gefüllte Wasserkanister bereit, um solche Tage zu überbrücken.
Neulich erst wurden neue Strommasten in der Stadt errichtet und Stromausfälle gibt es nur selten.
Doch wenn man dann im Dunkeln sitzt, haben wir Petroleumlampen, die uns dann warmes Licht
schenken.

fisch-auf-markt markt-ubersicht matooke-auf-markt mull

Sieben Tage die Woche ist der Markt Kayungas voller Menschen, die ihr Hab und Gut an den Mann
bringen wollen. Zunächst geht man an Matookeständen vorbei bis es nach Fisch zu riechen beginnt.
Getrockneten- und frischen Fisch kann man hier erwerben, wobei der Viktoria Barsch eine
beachtliche Größe erreichen kann. Gegenüber warten Hähne und Hühner auf neue Besitzer und ein
wenige Schritte weiter reihen sich Stände mit Obst und Gemüse aneinander. Eine Tomate kostet
ungefähr zwei Cent, eine Ananas 40 Cent. Läuft man dann zum anderen Ende des Marktes sitzen
mehrere Ugander vor kleinen Kisten und machen Capatis (zu vergleichen mit Pfannkuchen oder
Crepes), geröstete Maiskolben und frittierten Casava, eine Wurzel, die frittierten und gesalzen ein
bisschen wie Pommes schmeckt.

Dahinter wiederum liegt allzu häufig eine Menge Müll. Vor einigen Tagen sah ich einen Kleinlaster,
der von Arbeitern mit Müll beluden wurde, ich aber nicht weiß, wo dieser hingebracht wurde. Ich
vermute er wurde gesammelt und verbrannt, sowie es auch mit dem Müllhaufen geschieht auf dem
wir regelmäßig unseren Müll ablegen. Eine Müllabfuhr, wie wir sie kennen gibt es nicht, der Müll
wird verbrannt und daher macht Mülltrennung auch wenig Sinn.
Immer wieder schön ist es sich anzusehen, wie Kinder aus Resten und ausrangierten Sachen
Spielzeuge basteln und sie voller Stolz durch die Straßen rollen, schieben oder tragen. Aus
getrockneten Matookeblättern werden Fußbälle geschnürt oder Puppen gebastelt, kaputte
Fahrradreifen werden mit einem Ast über Stock und Stein getrieben und aus Drähten werden
Vehikel aller Art gefertigt. Fehlt es den Kindern hier an Spielzeugen oder fehlt es den Kindern in
Deutschland an Kreativität? Spielplatz der Kinder ist ganz Kayunga, die Hinterhöfe und die Gärten.
Wenn die Kids nicht spielen oder in die Schulbank drücken, helfen sie in den Gärten der
Eltern(Kibanja genannt) umzugraben, zu pflanzen und zu ernten. Es ist beachtlich wie drahtig und
durch trainiert die meisten Kinder sind. Leider müssen wir immer wieder mitbekommen, wie
Kinder und selbst die Kleinsten von ihren großen Geschwistern und Eltern Prügel beziehen, dass
ihre Schreie durch Mark und Bei gehen. Uns ist es nicht gestattet einzugreifen, das wäre Kultur
verachtend und ein Einmischen, dass uns nicht zusteht. So muss man zuschauen und selbst wenn
man weg sieht, kann man nicht weg hören, wie ein Stock auf den Leib des Kindes peitscht und es
aufschreit.

Der örtliche Taxipark, weitaus übersichtlicher und nicht vergleichen mit dem Park in Kampala, wird
man begrüßt mit: Wohin solls den gehen?“
Während der Schulzeit laufen die Kinder in den verschiedest farbigen Schuluniformen herum, was
zum Einen ein sehr schönes optisches Bild ergibt, zum Anderen aber auch aussagt, wie viele
Schulen es in Kayunga gibt.
Zwischendrin sind Kühe an Stricken angeleint und grasen, Hühner picken mit ihren Küken nach
Krümeln und Ziegen rennen über die Straße. Morgens werden sie rausgelassen, abends wieder
eingetrieben, wobei ein Stock dabei nicht zaghaft sondern sehr entschlossen als Treibhilfe genutzt
wird.
Jeden zweiten Mittwoch ist großer Markttag und die Straßen Kayungas füllen sich mit Händlern,
die Kleidung, Küchenlöffel, kleine Fische und vieles mehr anbieten. Die eh schon bunte Stadt sieht
dann manchmal aus wie ein Farbenmeer und im Getümmel der Käufer, ist es schön, sich einfach
mal treiben zu lassen.

schuhe-markt hospital

Nur 400 Meter entfernt steht ein großes Gebäude, das Krankenhaus Kayungas. Als wir zu Beginn
unserer Zeit hier von unserem Mentor mitgenommen wurden, entschieden wir uns, das möglichste
zu tun, um nicht ein einziges Mal ins Krankenhaus zu müssen. Wir hatten durch eine Tür mit
Scheiben Einblick in einen Operationssaal, in dem ein Kind unter dem Messer lag und wir, als
einzige hygienische Maßnahme, unsere Schuhe vor dem Eingang ausziehen mussten. Wir werden
einfach nicht krank, dachten wir uns und teu, teu, teu, bis jetzt hat das geklappt. Man muss aber
auch sagen, dass die Ärtze mit dem was sie haben und sie haben nicht viel, wirkliche
Meisterleistungen vollbringen, denn in einem Krankenhaus wie die unseren hat man alle
technischen Geräte, die man benötigt.

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Februar 21, 2009 Posted by | 1 | 1 Kommentar

Zwischenseminar in Kenia/ Nairobi

Die  Woche  vom 24. – 31. Januar haben wir uns auf die Reise nach Kenia begeben. Der Grund
war jedoch weder aus reiner Freude am Reisen noch sind wir vor irgendetwas geflohen, nein, es war
Zeit für unser Zwischenseminar!
Leider verlief die Vorbereitung etwas chaotisch, da uns jegliche Informationen fehlten. Wir wussten
nur: Wir müssen teilnehmen, ansonsten sei unser Aufenthalt gefährdet und wir hätten zurück nach
Deutschland reisen müssen, da es von weltwärts als ein Muss vorgeschrieben ist, am
Zwischenseminar teilzunehmen.
Okay, also haben wir uns schnell noch ein gültiges Visa geholt, da wir beide mal wieder illegal hier
waren… Zu unser großen Verwunderung hat es auch reibungslos geklappt und innerhalb von 4
Tagen konnten wir uns stolze Besitzer eines Special Pass nennen.
Wie bereits gesagt, hatten wir keinen Plan, wann und wo wir uns zu diesem Seminar treffen
mussten, außer dass es in Nairobi sein sollte. Hm… Nairobi soll ziemlich groß sein und nicht
ungefährlich… hinzu kommt: Wir sind jung, weiß und weiblich… hm… macht die Sache nicht
besser. Aber was soll´s, immerhin ist unser Aufenthalt gefährdet und wieder Heim nach
Deutschland wollten wir nicht.
Nachdem wir uns um einen Bus und ein Hotel für die erste Nacht gekümmert hatten (wir wussten ja
nicht, wo wir sonst unterkommen sollten), ging es Samstag morgen um 7 Uhr los. Insgesamt waren
wir 13 Stunden unterwegs, hatten kurze Pinkelpausen (Busfahrer: „Ihr habt 5 Minuten!! Beeilt
euch!“ „Können wir nicht 7 Minuten draus machen?“ „Nein, 5!“) und insgesamt war die Fahrt sehr
holprig, aber dennoch amüsant. Man konnte gleich ein paar Eindrücke von Kenia gewinnen. Je
mehr man sich ins Landesinnere begab, also weiter weg von der ugandischen Grenze gelangt, desto
mehr veränderte sich die Landschaft. Das Gras verwandelte sich von einem saftigen Grün in ein
trockenes Hellbraun.

kenia-1kenia-1b

Als wir Abends in Nairobi ankamen hatten wir ziemliches Glück, denn unser Hotel befand sich nur
20 Meter von der Bushaltestelle entfernt und unser Busfahrer war so nett und hat es uns gezeigt.
Gut gemeinte Ratschläge wie „Vertraut niemanden in Nairobi, den ihr nicht kennt. Das sind alles
keine ehrlichen Leute, vor allem nachts. Und kommt auf keinen Fall unsicher rüber. Auch wenn ihr
keine Ahnung von nichts habt, verhaltet euch selbstbewusst.“ geben einen dann doch schon zu
bedenken und wir waren froh, als wir im Hotel ankamen und es sich als sauber und sicher
entpuppte, aber auch als teuer.
Am nächsten Morgen wurden wir von anderen Teilnehmern abgeholt, die wir telefonisch erreicht
haben und zusammen sind wir zu dem Seminarort gefahren, der etwas außerhalb von Nairobi lag.
Es war eine Art Stadtteil namens Karen und schnell stellte sich heraus, dass es die Gegend für
Reiche sein musste: Eine Villa größer als die andere, Straßen ohne Schlaglöcher, hohe Mauern um
die Grundstücke und dicke Sicherheitstore. Sind wir hier noch in Afrika? Sieht eher nach Amerika
aus.
Das Seminar selber ging nur drei Tage und umfasste Themen wie „Verhältnis Schwarz und Weiß“,
„Macht“, „Eigene Erfahrungsberichte aus den Projekten und Gastfamilien“ und „Wohlstand“.
Leider hat es uns nicht ganz so gut gefallen, weil vieles nur diskutiert und besprochen wurde, wobei
die Themen schon auf dem Vorbereitungsseminar behandelt wurden und deswegen schon etwas
durchgekaut waren. Als jeder dann seine eigene Situation als Freiwilliger schildern sollte, haben die
Teamer versucht den ein oder anderen Ratschlag zu geben, aber dadurch, dass sie uns und unsere
Lage in den Projekten nur minimal kannten, war es nicht sehr hilfreich.
Was uns dann aber wieder sehr gut gefallen hat – neben dem ausgezeichneten Essen!- war der
Austausch mit den anderen Freiwilligen. Insgesamt waren wir eine sehr kleine Gruppe von nur 10
Freiwilligen, die alle über weltwärts in Afrika sind. Vier waren aus Kenia, zwei aus Tansania und
neben uns zwei waren noch zwei andere Mädels aus Uganda vertreten. Es war echt spannend von
jedem zu hören, wie es ihm so ergeht und welche Erfahrungen sie bereits gesammelt haben.
Wenn man sich so die Probleme einiger vor Augen geführt hat, kamen einem seine eigenen
Schwierigkeiten nur noch halb so schlimm vor. Wir haben uns auch mit den meisten gut verstanden
und uns gleich vorgenommen auf jeden Fall mal nach Tansania zu reisen, um dort die beiden
Mädels zu besuchen und natürlich auch um mal Tansania gesehen zu haben. Wenn unser Plan
aufgeht, wollen wir von dort aus weiter nach Sansibar reisen, denn dort soll es wirklich traumhaft
sein!
Da wir gedacht haben, dass das Seminar 5 Tage dauern würde hatten wir unsere Rückreise für
Samstag anstatt Donnerstag gebucht, was aber nicht schlimm war, denn es gab uns die Gelegenheit
noch ein bisschen Nairobi zu erkunden. Wir sind für zwei Nächte in ein echt cooles Backpacker
Hostel umgestiegen, was auch recht preiswert war. Die zwei anderen Freiwilligen aus Tansania
haben sich uns angeschlossen, weil sie noch weiter in Kenia herumreisen wollten und noch bis
Freitag in Nairobi bleiben wollte. Unsere Stadtbesichtigung hat sich leider hauptsächlich auf
Souvenirmarkt-Erforschung beschränkt… Aber die eine Freiwillige aus Kenia (ihr Name ist Caro
und sie wohnt in einem anderen Stadtteil von Nairobi) meinte auch, dass es nichts so spannendes zu
sehen gäbe. Also sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gebummelt und auch hier wurde ich
das Gefühl nicht los, dass ich mich nicht in Afrika sondern in einer europäischen Stadt wie Berlin
befinde. Lauter Hochhäuser, Wolkenkratzer, nobel Hotels und westliche Supermärkte. Die vielen
bettelnden Kinder und Rastasafaris haben einen dann schließlich wieder zurückgeholt und uns daran
erinnert, dass es doch Afrika ist.

2kenia3madels-in-kenia

Die Unterschiede zwischen reich und arm hat man viel krasser empfunden, als hier in Uganda,
speziell in Kampala. Im Vergleich ist Nairobi viel westlicher, aber dadurch ist der Anteil der Armen
auch größer, auch wenn man es in der Innenstadt auf den ersten Blick nicht merkt. Doch nur wenige
Kilometer weiter befindet sich der größte Slum Afrikas. Wenn man aber allerdings nur in seinem
nobel Hotel (Wir habens uns übrigens den Luxus gegönnt, im Hilton Hotel pinkeln zu gehen!)
bleibt und dort seine Urlaubstage im Pool auf der Dachterrasse verbringt bleibt die Sichtweise sehr
eingeschränkt und man bekommt den Eindruck „Wow, Kenia ist ein wunderschönes Land! Das
scheint mir das richtige Afrika zu sein!“
Wobei wir über die Slums gelernt habe,n dass viele Leute es sich locker leisten könnten aus ihrem
Wellblechhaus herauszukommen und sich ein Haus in besseren Gegenden leisten könnten, doch sie
wollen es nicht. Sehr, sehr viele Menschen dort verdienen mehr als ausreichend viel Geld und
können sich sogar Flachbildschirmfernseher leisten, aber sie wollen den Slum nicht verlassen, weil
das Leben dort für sie einfacher ist. Man bekommt alles, wirklich alles dort, sodass man den Slum
eigentlich in seinem Leben nie verlassen müsste.
Dann ist die Kriminalität, wie bereits angesprochen, in Nairobi recht hoch. Uns wurde gesagt, dass
wenn wir den Abend von unserer Ankunft alleine umher gelaufen wären, ohne zu wissen, wo wir
hin müssen, es gut hätte passieren können, dass uns jemand beobachtet, wie wir in eine Straße
abbiegen und derjenige dann einen Kumpel anruft und ihn sagt, dass er uns an der und der Ecke
erwarten kann und uns abfangen soll. Ja… ok, Glück gehabt…
Vor einigen Jahren soll es aber noch schlimmer gewesen sein. Mittlerweile hat sich eine Methode
entwickelt, die Diebe abschreckt: Wenn dir deine Tasche, der Rucksack oder was auch immer auf
der Straße gestohlen wird und du es mitbekommst und dem Dieb hinterherläufst, rennen gleich
mehr als 20 andere mit, fassen den Dieb und schlagen ihn solange, bis er Tod ist. Da stellt sich für
einen die Frage, ob mir meine Tasche dann so wertvoll ist, dass will, dass deswegen ein Mensch
umgebracht wird. Auf der anderen Seite scheint es aber auch wieder seine Vorteile zu haben, denn
die Anzahl von Diebstählen ist deutlich zurück gegangen. Trotzdem ist und bleibt es brutal…
Außerdem hat die Polizei seit einiger Zeit die Befugnis Leute zu erschießen, wenn sie es für nötig
heißen. Ein Teilnehmer des Seminars hatte erzählt, dass vor kurzem ein Polizist einfach einen Mann
im Park erschossen hat, weil er gemeint hatte, dies wäre ein lang gesuchter Verbrecher. Er hat ihn
aber auf der Stelle erschossen ohne nach seinen Papieren zu fragen oder sich anders zu
vergewissern, dass er richtig liegt.
Wir haben den Rest des zweiten Tages noch in einem schönen Park verbracht und kenianische
Jugendliche beobachtet, wie sie sich betrinken und anfangen zu flirten und sich gegenseitig zu
begrabschen… Man muss dazu sagen, dass sie zu den Leuten gehört haben, die sich westlicher
verhalten, aber trotzdem war es komisch, das mit anzusehen – aber auch durchaus lustig ^^

insel-in-kenia-mit-palmen2

Samstag morgen ging es dann mit dem Bus zurück nach Uganda, wieder 13 Stunden…
Alles in allem lässt sich aber sagen, dass es ein tolles Erlebnis war und dass wir froh sind, die
Chance gehabt haben, Kenia zu beschnuppern (:

Februar 21, 2009 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Projektverlauf Kayunga Technical Institute (KTI)

Nach 2,5 Monaten sind die längsten Ferien im Jahr nun um und der Alltag kehrt langsam ins KTI
zurück. Letzte Woche konnte ich aufgrund des Zwischenseminars in Kenia nicht unterrichten, aber
zu meinem Erstaunen, sollen wohl auch erst 3 Schüler am Unterricht teilgenommen haben. Diese
Woche sind wir schon bei 15 Schülern angelangt und die Zahl steigt weiter.
Zunächst möchte ich euch aber wissen lassen, dass ich während der Ferien einen dreiwöchigen
privaten Computerkurs an der Namagabi Secondary School abgehalten habe, die direkt hinter dem
KTI liegt. Der Grund weshalb ich meinen Unterricht in der bereits erwähnten Schule machen
wollte, war schlicht weg die gute technische Ausstattung des Computerraums. Acht neue und
schnelle Computer, deren Monitore sogar Flachbildschirme sind, sind eine wesentlich bessere
Ausgangssituation zum effektiven Lernen, als ein einziger, alter Computer im KTI. Durch
Unterstützung von KCDA brauchten wir nicht lange um den Schuldirektor von der Wohltat zu
überzeugen, mir den PC Raum für einige Unterrichtseinheiten zu überlassen. Auch dass die
Einnahmen zu Gunsten einer anderen Schule benutzt werden sollten, hielt ihn trotzdem nicht davon
ab uns oder besser gesagt dem KTI den Gefallen zu tun.
Ziel dieses Projektes lag darin, durch eingenommenes Bares die Flugtransportkosten zweier
Computer zu bezahlen, die dankenswerterweise von Uganda- Team Mitgliedern mit nach Kayunga
gebracht wurden. Die Kosten für den Unterricht betrugen umgerechnet etwa acht Euro, was aber
auch nur von den etwas besser verdienenden Familien aufzubringen war. Letztendlich beteiligten
sich 9 junge Menschen im Alter von 13- 24 Jahren an dem Unterricht und hatten sichtlich Spaß am
Lernen. Die Schwierigkeit für mich lag darin, alle Teilnehmer individuell behandeln zu müssen, da
sie ihr Wissen auf sehr verschiedenen Kenntnissen aufbauten. Der Unterricht sollte die drei Basen;
Microsoft Word, Microsoft PowerPoint und Microsoft Ecxel beinhalten, wobei ich bei Letzterem
die Unterstützung meines angereisten Freundes genoss, der sich doch sehr viel besser mit der
Materie auskennt, wie ich zugeben musste. Zum Abschluss habe ich ich ihnen noch ein Zertifikat
ausgestellt, das zu Grunde legt, über welche Grundkenntnisse sie nun verfügen. Mit einer
Unterschrift des Schulleiters und einem offiziellen Stempel ist das Dokument evtl. noch von
Nutzen. Ihr müsst wissen, ein Stempel ist das A und O in Uganda.
Zum Abschluss der Ferien haben Annika und ich dann dem Chaos im Computerraum Beine
gemacht: Abstauben, Spinnengewebe entfernen, kehren, putzen, Möbel herum rücken usw. Nun
kann man den Raum wieder betreten ohne sich für den Schmutz zu schämen.

aufraeumaktion
Weitere Projekte innerhalb des KTI sind geplant, aber noch nicht spruchreif. Ich werde euch auf
dem Laufenden halten. Nun muss ich mich erstmal darum kümmern, dass der Stundenplan realisiert
wird und dass auch nach ihm gehandelt wird.

Februar 21, 2009 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Projektbericht von Annika/ Diabetes Selbsthilfegruppe

Im folgenden Bericht werde ich euch einen Einblick in meine Arbeit mit der Diabetes Selbsthilfegruppe liefern. Es ist eine kleine Zusammenfassung von dem, was ich hier die letzten Monate geleistet habe, manchmal leider mit mehr Enttäuschungen, als Erfolgen. Aber seht Es gab bereits eine Art Diabetesgruppe hier im Kayunga Krankenhaus, die sich einmal pro treffen, jedoch um sich untersuchen. So etwas wie regelmäßige Schulungen über ihre Krankheit es nicht, außer dass ihnen die Krankenschwester nach der festgestellten Diagnose Diabetes eine knappe Übersicht über ihre Krankheit gibt, welche in meinen Augen aber nicht ausreichend genug ist, um sich auf ein einfacheres Leben mit Diabetes einstellen zu können. Zu meiner Überraschung gibt es auch sehr, sehr viele Menschen, die an dieser Stoffwechselerkrankung leiden. Ich würde mal schätzen, dass die Gruppe ca. 80 – 100 Patienten umfasst, die jedoch nicht alle am gleichen Tag kommen, sondern nur 1-2 mal monatlich.

dia-1

Als ich dann das erste mal zusammen mit unserem Mentor James ins Krankenhaus gegangen bin,
war ich noch voller Motivation und fand es klasse, dass es bereits eine Gruppe gab, so musste ich
sie nicht alle zusammensuchen. Die ersten drei bis vier Wochen habe ich dann der zuständigen
Krankenschwester, ihr Name ist Robinah, geholfen die Patienten zu untersuchen, was wie folgt
aussah: Zunächst wird separat im Labor von jedem Patienten der Blutzuckerspiegel gemessen, das
wird aber von Laboranten durchgeführt. Anschließend kommen die Patienten zu uns und wir
messen ihnen den Bluthochdruck, nehmen ihr Gewicht auf und fragen sie nach anderen
Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Erkältung Fieber etc. Dementsprechend bekommen sie neben
ihren Diabetesmedikamenten noch andere Tabletten, wie zum Beispiel Schmerztabletten. Am
Anfang habe ich mich etwas überrumpelt gefühlt, weil ich weder wusste, wie man ein
Bludruckmessgerät bedient, noch habe ich mich in der Lage gefühlt, Tabletten zu verschreiben.
Immerhin habe ich keine Ausbildung in diesem Gebiet und hatte Angst, dass ich eine falsche Dosis
verabreiche. Aber Robinah war da sehr zuversichtlich und ich muss sagen, ein ein paar Versuchen
hatte ich den Dreh auch raus. Diese Arbeit hat mir sehr geholfen, um mehr über die Situation der
Diabetiker hier in Uganda herauszubekommen und mein Fazit war und ist, dass es definitiv ein
schwieriges Leben für sie ist und außerdem für mich ein hartes Stück Arbeit sein wird, ihnen auch
nur ein bisschen zu helfen. Zunächst einmal weiß so gut wie keiner der Patienten, ob sie Typ 1 oder
Typ 2 Diabetiker sind, was deswegen schlecht ist, da Typ 1 Diabetiker nur mit Insulin behandelt werden können. Dann kommt das Problem der richtigen Ernährung hinzu: Die Leute wissen nicht,
was sie essen dürfen und was eher nicht. Wobei, halt! Es wurde ihnen gesagt, nichts süßes bzw.
keinen Zucker zu sich zu nehmen, was auch sinnvoll erscheint, aber nun denken die Leute, sie
dürfen auch keine Früchte mehr essen, was total falsch ist, da sie die Vitamine aus den Früchten
benötigen. Es besteht also ein Mangel an Aufklärung. Leider ist es aber so, dass auch wenn sie eine
gute und ausreichende Aufklärung bekämen, hinzu kommt, dass sie durch ihre Armut gezwungen
sind, die Dinge zu essen, die billig sind oder die sie selber Anbauen. Diese Lebensmittel wiederum
bieten wenig Abwechslung in der Ernährung und sehr kohlenhydratreich, was zu einem erhöhten
Blutzuckerspiegel führt. Andere Lebensmittel, die zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen
würden, können sich nur die wenigsten leisten. Scheint also ein Teufelskreis zu sein…
Diese Erkenntnis war für mich schon gleich zu beginn sehr frustrierend. Viel verbessern kann man
als kleiner Freiwilliger nicht, es blieb mir nur noch die Möglichkeit, die Leute über Diabetes so weit
es geht aufzuklären. Das allerdings entpuppte sich als schwieriger, als man es sich vorstellt.
Problem Nummer 1: Unter ca. 100 Patienten gibt es vielleicht 10 – 15 die Englisch sprechen
können. Es gibt zwar die Alternative, zusammen mit einem Übersetzer zu arbeiten, allerdings kann
ich mir bei jemandem ungeschulten nicht 100% sicher sein, dass er auch meine Worte korrekt
wieder gibt und nicht irgendwelchen Blödsinn erzählt.
Problem Nummer 2: Die meisten der Patienten kommen nicht nur aus Kayunga, sondern aus den
umliegenden Dörfern und für nicht wenige ist es ein weiter Weg. D.h., sie könnten es sich nicht
leisten oder haben keine Zeit regelmäßig zu einem Schulungstreffen zu kommen.
Problem Nummer 3: Wenn ich nur die Leute unterrichte, die Englisch sprechen können, fühlen sich
die anderen benachteiligt.
Letztendlich bleibt mir aber nichts anderes übrig, als eine eigene kleine Gruppe aufzumachen, denn ansonsten kommt gar nichts zu Stande. Meine Überlegung war es, Infobroschüren zu entwerfen, die
dann von jemanden in Luganda übersetzt werden, sodass die anderen Patienten auch davon
profitieren können.
Wenn ihr euch jetzt fragt, ob das alles wäre, was ich in den 5 Monate in meinem Projekt gemacht
habe, müsste ich zustimmen. Ich bin jeden Dienstag, wenn das Treffen der Patienten stattgefunden
hat, brav ins Krankenhaus gedackelt in der Hoffnung, dass mir doch endlich jemand mal Gehör
verschafft. Ich habe oft James darum gebeten, endlich mit meiner eigentlichen Arbeit beginnen zu
können, aber es schien so, als ob sich niemand dafür begeistert hätte. Es hieß zwar immer, ja ja,
bald kannst du anfangen, aber so richtig dahinter geklemmt hat sich keiner. Den Grund dafür sehe
ich in den unterschiedlichen Erwartungen. Ich kann den Menschen nur Aufklärung bieten, aber was
sie von mir wollen, spielt sich in ganz anderen Dimensionen ab: Medikamente oder Geld für
Medikamente. Doch damit kann ich nicht dienen und will ich auch nicht, weil dadurch wird sich
nicht schlagartig alles für sie verbessern.
Einen kleinen Erfolg habe ich aber trotzdem zu verzeichnen: Mitte Januar habe ich das erste mal
eine kleine Unterrichtseinheit über Unter- und Überzuckerung gehalten, zusammen mit einem
Übersetzer. Es hat auch super geklappt und ich war am Ende erstaunt, dass die Leute gleich noch
viel mehr wissen wollten. Jedoch habe ich mich nur auf dieses Thema vorbereitet. Aber es hat mir
gezeigt, dass sie anscheinend doch Interesse zeigen. Nach jeder kurzen Einheit habe ich die
Patienten gebeten kurze Zusammenfassungen zu geben, damit ich mir auch sicher sein konnte, dass
sie es verstanden haben und dass der Übersetzer keinen Schwachsinn weitergegeben hat.
Dann wurde ich darum gebeten, am 17. Februar erneut zu kommen und ich soll mich gleich auf
mehrere Themen spezialisieren. Wenn es so gut läuft, wie das letzte Mal, bin ich zufrieden.
Unterricht an St. Joseph Primary School
Okay, so viel erst mal dazu. Da mich dieses Projekt nicht auslastet und ich mich einige Zeit gefragt
habe, warum ich eigentlich hier bin und ich das Gefühl nicht los wurde, dass ich meine Zeit
verschwende, habe ich mich nach anderen Projekten umgeschaut – und wurde auch fündig.
Unsere gute Freundin Agnes hat mir vorgeschlagen an ihrer Grundschule, wo sie Direktorin ist, zu
unterrichten. Ich bin dann so einige Male mit ihr gegangen und habe die Erstklässler in Englisch
unterrichtet. Das war sehr lustig, weil die kleinen Knirpse noch nicht wirklich gut sind und mir
einfach alles nachsagen. Aber ich habe ihnen ein paar englische Wörter beigebracht (einfache wie,
look, book, etc.) und ihnen dazu Aufgaben gestellt, die die meisten auch gut gelöst haben. Ich habe
dann mit Agnes abgemacht, dass ich Deutschunterricht geben werde, da sie darum gebeten hat. Die
Idee fand ich ganz gut. Leider haben dann die Ferien angefangen und ich konnte erst mal nicht
weiter machen, aber nun werde ich nächste Woche wahrscheinlich weiter machen.
School Paintings
Dann gab es noch ein weiteres Projekt, was ich gestartet habe. Ende November kamen Horst
Gerhard und Heike Liese vom Uganda – Team nach Kayunga für einen Monat. Horst hatte ein paar
Spendengelder dabei, die u.a. an Schulen zum Einsatz kommen sollten und zwar hat er sich dafür
entschieden Schulungsbilder an die Außenwände anzubringen, wie z.B. eine Weltkarte, den Aufbau
eines Skelett oder ähnliches. Malen! Hey, das kann ich! Und es macht mir Spaß. Also sind Britta
und ich kurzer Hand mit eingesprungen und es entstanden an drei Grundschulen jeweils 4-6
Außengemälde.
Nun ist immer noch viel Farbe übrig und deswegen werden wir dieses Projekt noch weiterführen an
anderen Schulen.

Februar 15, 2009 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

KAYUNGA TECHNICAL INSTITUTE (KTI)

Ich arbeite jetzt seit dem 14.10. 2008 dreimal wöchentlich im KTI und, wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Madam Nantumbwe ;). Jedenfalls nennen mich die (gleichaltrigen) Schüler und Lehrer so.

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draussen


Auf diesem Bild sieht man einen Teil des Geländes, welches zum KTI gehört, sich aber noch über ein paar Felder, welche mit Süßkartoffeln und weiterem Gemüse bestellt werden erstreckt. Links sieht man die sich aneinander angrenzenden Klassenzimmer, das Schulleiteroffice und den Schlafsaal. Das KTI ist nämlich unter anderem ein Internat, wie fast alle Schulen in der Gegend, in denen die Schüler, streng nach Geschlecht getrennt, auf einfachen Matratzen auf dem Boden unter Moskitonetzen schlafen. Allerdings kommen und gehen einige der Schüler auch täglich zum Unterricht.

demetry


Auch in einem noch nicht fertig verputzten Klassenzimmer, wird gelehrt und gelernt.

unfertig-klassenzimmer


Hinter dem Traktor könnt ihr eine kleine Holzhütte erkennen, welche als Küche genutzt wird.

kueche

In diesen beiden Töpfen über dem Feuer befindet sich zum einen Poscho, zu hartem Brei gekochtes, weißes relativ geschmacksneutrales Maismehl und zum anderen Bohnen, die mindestens zwei Stunden kochen müssen, bevor sie genießbar sind. Das Mittagsessen ist Saisonabhängig, sieht aber zum größten Teil wie beschrieben aus. Das noch kleinere Hüttchen links nebenan ist ein Kiosk, an dem die Schüler Snacks für den kleinen Hunger kaufen können. Widerrum ein wenig weiter links und in einiger Entfernung kann man die Latrinen und eine Waschhütte sehen. Hier noch mal in groß: Der Waschraum und die Latrine der Mädchen (die schwarzen kleinen Punkte sind Fliegen).

waschraum

latrine

Während der Pausen ist dieser Baum ein beliebter Platz für Schüler und Lehrer, um im kühlen Schatten zu sitzen und sich zu unterhalten.

baum

Ich sollte erwähnen, dass das KTI keine „normale“ Schule ist. Zunächst solltet ihr wissen, dass in Uganda die Eltern für die Kinder Schulgeld für den Besuch eines Gymnasiums zahlen müssen. Die Grundschule wird vom Staat bezuschusst, wobei aber trotzdem noch einige Kosten auf die Eltern zukommen, wie beispielsweise Schuluniform und sämtliche Schulmaterialien wie Hefte, Bücher usw. Der Staat hält sich bei finanziellen Fragen der Bildung recht bedeckt.

Die Jungendlichen vom KTI kommen zum Teil aus Familien, deren Eltern es sich nicht leisten können, ihre Kinder auf ein Gymnasium zu schicken, da dort eine höhere Schulgebühr als im KTI verlangt wird. Andere Schüler, die nicht qualifiziert genug sind, um das Gymnasium besuchen zu dürfen, können ebenfalls zwei weitere Jahre im KTI verbringen. Nach zwei Jahren schließen die Jungendlichen ihre Ausbildung mit einer Prüfung ab.

Das KTI finanziert sich aus den Schulgebühren und Spenden. Das Uganda- Team Witzenhausen hat das KTI vor einigen Jahre errichtet und ist immer noch Ansprechpartner und Geldgeber in einem.

klassenzimmer

Die Unterrichtseinheiten sind spezifisch nach Schwerpunkten aufgeteilt wie Motor Vehikels (darum der Traktor), Nähen, Sekretär und Landwirtschaft.

schueler

Dabei konzentriert sich meine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Klasse, die Business Class oder auch Sekretär Klasse. Sehr wissbegierig und aufmerksam sitzen die Schüler dann vor dem Monitor und können es gar nicht abwarten ihr Wissen zu erweitern. Allerdings und wie könnte es anders sein, gibt es auch faulere Schüler und Zuspätkommer. Leider ist es auch nicht so gut um die Struktur und Disziplin der Schüler bestellt, zu spät kommen wird toleriert, denn oftmals kommen selbst die Lehrkräfte nach ihrem eigens erstellten Stundenplan, der nach Lust und Laune geplant wird. Jedoch fand vor kurzem ein Meeting statt, in dem alles thematisiert wurde und auch schon Züge der Veränderungen zu sehen sind, was sich hoffentlich auch weiter zum Positiven wendet. Jedenfalls sind die Bemühungen die ich mache ein wenig Struktur und Ordnung in die Schule zu bringen nicht umsonst auch wenn es manchmal sehr viel Zeit und Nerven kostet. Einen kleinen Erfolg kann ich schon verzeichnen, da ich einen Internet Café Besitzer Kayungas mit dem Principal bekannt gemacht habe, der mir zuvor in einem Gespräch anbot, ebenfalls gehaltlos Computertraining am KTI zu geben und mir sein Internet kostenfrei zu Verfügung zu stellen, wenn ich die Schüler dort unterrichten möchte. Bis dahin ist allerdings noch ein langer Weg. Nun unterrichtet er einmal die Woche und nimmt mir ein wenig Arbeit ab.

schueler

Auf diesem Foto sieht man eine meiner Gruppe, die die Aufgabe bekommen haben, alle wichtigen Elemente des Computers zu benennen. Unter ihnen (im Bild mittig) ist eine schätzungsweise Ende zwanzig, Anfang dreißig jährige Frau, die ebenfalls am Unterricht am KTI teilnimmt. Klingt komisch ist aber so. Dass sie mich auch „Madam“ nennt, ist für sie ganz normal, für mich aber ein seltsames Gefühl.

lehrerfruehstueck

Gegen 10 Uhr steht allgemeines Frühstücken auf dem Programm. Die Lehrer, wie man hier im Bild sieht, setzen sich dann zusammen und genießen ihren morgendlichen Tee inklusive eines kleinen Snacks, der mich niemals satt machen könnte. Hier in Uganda besteht das Frühstück aus einer Tasse schwarzen Tee mit mindestens zwei Esslöffeln Zucker.

Nach dem Mittagessen bereiten die Schüler schon bald ihr Abendessen vor und tun das, wie man hier sieht in Gemeinschaft, damit es nicht allzu langweilig ist. Übrigens könnt ihr auf diesem Bild Casava sehen, eine Wurzel, die man kochen oder frittieren kann.

casava

GOODBYE!!!

ich und schueler

November 7, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

weiter gehts…

Ein paar Wochen später kochen wir bereits auf unserem eigenen Chalkostoff vor der Tür. Gerade brate ich Capati, eine Art Pfannkuchen oder Crêpe und sie schmecken wirklich lecker!

Verkleidet könnte man es auch nennen. Annika und ich mussten uns vermummen, um den Gottesdienst in einer Mosche miterleben zu können. Die Frauen saßen separat zu den Männern und hinter einem Schleier, sodass wir sie und den Prediger nicht sehen konnten. Hier überkam einen das Gefühl der Unterdrückung der Frau, da man die Hierarchie schon räumlich feststellen konnte.

Ja, das ist eine Regenjacke =). Agnes, ein Mitglied von KCDA trägt sie zum Schutz vor dem Staub auf den Straßen. Das ist übrigens eine Straße, bei uns würde man dazu wahrscheinlich eher Feldweg dazu sagen. Wir waren auf Borda Bordas (Mopeds) unterwegs zu einer Schulbesichtigung. Borda Bordas benutzt man, wenn man kurze Strecken zurücklegen möchte oder einfach zu faul ist zum Laufen. Es macht wirklich Spaß hinten drauf zu sitzen, den Fahrtwind zu genießen und sich die Landschaft, als auch die Häuschen an der Straße anzuschauen.

Vom Winde verweht auf einem Borda Borda, was eine Haarpracht =).

Dieses Süßkartoffelfeld vor unserem Haus hat Paolo, unser Nachbar, mit Hilfe von Annika bestellt. Annika kann nun in einigen Monaten voller stolz sagen, dass sie Süßkartoffeln, Mais und Bohnen aus eigenem Anbau kocht. Ist es nicht wunderschön?

Oktober 12, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Mehr ueber uns, unser Leben und Umgebung

Annika bei der oben schon erwähnten Schuleröffnung zwischen den neugierigen Schülern.

Diese Art von Häusern findet man hier an jeder Straßenecke, aber es gibt auch noch viele Lehmhütten, an die man wohl als erstes denkt, wenn man sich Wohngebäude in Afrika vorstellt.

Draußen hängt die Wäsche um zu trocken und rundherum stehen Bananenstauden, die die Leute mit Matooke versorgen.


Dies ist eine Lehmhütte wie eben genannt. Sie werden meistens als Küchen genutzt.

Auf diesem Foto sieht man Annika, die gerade das erste Mal Matooke (Kochbanane) auf lokale Weise zubereitet. Nach dem schälen wickelt man Bananenblätter um die Matooke und lässt dieses Bündel circa 1-2 Stunden auf dem Chalkostoff(Kocher) garen, um sie danach zu einem Brei zu matschen. Das hört sich vielleicht einfach an, aber es ist eine Kunst für sich und eine heiße Angelegenheit, denn man matscht die Bananen, indem man die Blätter um sie herum zusammendrückt. Diese allerdings sind kochendheiß und wir Musungus scheinen hitzeempfindlicher zu sein als die Afrikaner, die ohne zu zögern Hand anlegen ohne zurückzuzucken.

Gemüsepfanne. Damit haben Annika und ich uns die ersten Tage ernährt, da wir noch nicht wussten wie man einheimisches Essen zubereitet. Das Gemüse kaufen wir auf dem örtlichen Markt, auf dem es immer nach Fisch riecht, der ebenfalls dort an den Mann gebracht wird. Es ist lustig anzusehen, wie die Händler ihre Tomaten, Lemonen und anderen Waren zu einer Art Pyramide stapeln. Leider haben wir bisher kein Foto vom Markt machen können, denn bevor man Menschen fotografiert, muss man sie um Erlaubnis fragen und das ist, bei einer Anzahl von über 100 Leuten schwer zu managen.

Oktober 12, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Dieser zierliche Mann ist James Mutumba, unser Mentor und nicht zu vergessen mein ( Brittas) Taata (Vater), denn er gab mir den ugandischen Namen „Nantumbwe“.

Er wohnt nicht weit von uns entfernt mit seiner Familie in einem Haus, an dem ein Kibanja, ein großer Garten anschließt, der die Familie mit selbst angebauten Gemüse und Früchten versorgt. Hier in Uganda ist es üblich, dass Großeltern, ihre Enkel oder Waisen von Verwandten bei sich aufziehen. Auch James hat Kinder seiner eigenen Kinder aufgenommen und sorgt für sie.

Das ist unser Schlafzimmer. Hier sieht man nur einen Ausschnitt, denn auf der gegenüberliegenden Seiten befindet sich noch ein Schrank und ein Tisch, an dem wir arbeiten können. Anfangs wirkte das Zimmer etwas kahl, doch nun haben wir es mit Bildern und Postern und weiteren Accessoires bestückt, sodass wir uns sehr wohl fühlen. Die Moskitonetze schützen uns im Schlaf vor den Stichen der Mücken und den Angriffen der Geckos und Kakerlaken.

Dieses Foto zeigt Annika und mich im traditionellen ugandischen Gewand der Frau, dem „Gommez“. Freundlicherweise wurden uns die Kleider geliehen, um standardgemäß auf eine Hochzeit zu gehen. Das Schönheitsideal der ugandischen Frauen ist es, kleine Brüste und einen großen Hintern (Akabina) zu haben, deswegen tragen sie unter dem Gommez noch mehrere Stoffschichten um die Hüfte. Wie mussten zum Glück nur eine dieser Schichten anziehen, aber haben trotzdem mächtig geschwitzt.

Die Hochzeit war sehr interessant zu verfolgen, da Gemeinsamkeiten, als auch viele Unterschiede zu einer deutschen Hochzeit festzustellen waren. Beispielsweise schritt das Brautpaar nicht, sondern sie tanzten mit samt Gefolge zu ihren Plätzen. Als die Braut vor dem Bräutigam niederkniete, um ihn mit Kuchen zu füttern, war das ein seltsamer Anblick, aber wir waren glücklich, als auch wir ein Stückchen Kuchen abbekamen, der den gesamten Besuchern ausgeteilt wurde.

 

 

Hier sind wir Gäste von Hadji Lugolobi, dem Oberhaupt der muslimischen Familie, die man hier zum Teil sieht. Mit dabei ist Anne. Sie ist ebenfalls eine deutsche Freiwillige, die anders als wir, in Familien wohnt und bereits ein halbes Jahr hier verbracht hat. Anlass zum Feiern war das Ende der Fastenzeit der Moslems (Ramadan). Wir wurden überhäuft mit massig gutem Essen und zu unserer Freude auch Fleisch, das man hier eher selten bekommt. Kurz nach dem Essen bei Hadji wurden wir auch schon auf eine weitere Feier eingeladen, bei der wir abermals essen mussten, denn wenn man Essen ablehnt ist das eine sehr unhöfliche Geste.

Dieser Kinder hier im Hintergrund sind hauptsaechlich Waisen. Heinz Georg, ein Deutscher, der den Bau eines weiteren Schulgebaeudes finanzierte, sand Anne, Annika und mich zu dieser fern gelegenen Schule, um den neuen Bau in seinen Namen zu eroeffnen. Die Kinder tanzten und sangen fuer uns und es war ein sehr schoenes Erlebnis. Wir pflanzten ausserdem ein paare Baeume, die heranwachsen und den Kindern als Schattenspender dienen sollen.

Oktober 10, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Wir sind angekommen!

Oktober 6, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar

Einfuehrung Uganda / Kayunga

Nun sind es 3 Wochen in dem fremden Land auf dem fremden Kontinent, doch so fremd fuehlen Annika und ich uns gar nciht mehr. Mittlerweile sind wir die Blicke gewohnt, die uns folgen wohin wir auch gehen, sowie die Rufe der Kinder und Erwachsenen, die uns gruessen und dabei gar nciht muede werden.

In Afrika, so mussten wir lernen, tickt die Zeit anders als in Deutschland. Zu meetings erscheinen die einen puenktlich, andere zwei stunden spaeter… oder auch gar nicht. Doch die Menschen hier nehmen es gelassen. Alle heissen uns stets willkommen und laden uns haeufig zum Essen ein und sorgen sich um uns als seien sie nun unsere Ersatzeltern. Wir sind sehr dankbar um die Hilfe die sie uns zukommen lassen.

Das naechste Mal schriebe ich ein wenig ausfuehrlicher, auf bald Britta

September 29, 2008 Posted by | 1 | Hinterlasse einen Kommentar